Farbenmeer: Ultramarinblau

Heiß geliebt und kühl genossen: Ultramarinblau

Kostbar wie Gold

Ultra, das steht für Intensität, für extrem und den äußersten Rand. Gebändigt wird der Ausdruck durch das Wort marin, das sich aus dem Lateinischen herleitet marin(e) = zum Meer gehörend. Ultramarin leitet sich aber von dem Umstand ab, indem die Farbpigmente früher über das Meer transportiert wurden.

Wenn ich an Ultramarin denke, dann ist es stets die reine, strahlende und keineswegs wankelmütige oder changierende Farbfläche, sie ist eindeutig – weder ins Rötliche noch ins Grünliche fallend. So wie von Yves Klein 1957 als International Klein Blue (IKB) ins Patentregister eingetragen. Sein besonderes Ultramarin beeindruckte so sehr, dass er es als reine Farbfläche auf die Leinwand brachte und ins Museum hängen ließ. Auf einer weißen Wand wirkte und wirkt es tatsächlich wie ein vibrierender Farbmuskel. Es erinnert an den Lapislazuli, aus dem das „echte“ Ultramarin gewonnen wurde, feinst vermahlen, so teuer wie Gold. Mittlerweile hat man Methoden ersonnen, die es auch uns ermöglichen, eine Tube Ultramarinblau zu erstehen, ohne unser Konto furchtbar zu strapazieren. Aber es hat nichts verloren von seinem Zauber, seiner Strahlkraft, seiner Magie. Konkurrenzlos behauptet es seinen Platz im Malkasten. Und lässt uns immer wieder an die Unendlichkeit des Meeres und an die Tiefe unserer Sehnsüchte denken.

Man sollte es nicht glauben, Ultramarin existiert auch in anderen Tönen. So liest man bei Wikipedia: „Im erweiterten Sinne deckt der Farbton Ultramarin also den gesamten Bereich von einem Grünblau über ein sattes Blau bis zu einem dunklen Rosa ab.“ Das Ultramaringrün sei heutzutage allerdings kaum mehr in Verwendung. Wie man unten erkennen kann, ist das synthetische Ultramarin-Pigment um einiges farbintensiver und „schreiender“ als das natürliche.

Ultramarinblau
Quelle: Wikipedia

 

Na? Lust aufs Malen mit Ultramarinblau bekommen?

Stay creative, wherever you are 😉

Alles Liebe, Dodo