Aquarell Illustration: So gelingt das Reh!

In zwei Stunden ist das Reh mit Aquarellfarben gemalt.

Über 15 cm Schnee sind in den letzten zwei Tagen in der Steiermark gefallen, ein herrlicher Anblick. Und überall auf den Spazierwegen sieht man, wenn man früh genug aufbricht, verräterische Spuren im Weiß: die zarten Abdrücke der Rehhufe. Thematisch passend daher heute eine schnelle Aquarellskizze dieses possierlichen Rehgesichts.

Was du brauchst?

  1. Aquarellfarben, 2. Haarpinsel, 3. Aquarellblock, 4. Wasser, 5. Gute Laune!

Anleitung:

Step One:

Auf einem qualitativ guten Aquarellpapier (denn nur auf einem solchen verfließen die Aquarellfarben elegant und trocknen mit dem typischen dunkelfärbigen Rand nach außen auf. Obendrein wellt sich schlechtes Papier durch die Nässe und wird auch durch das Trocknen nicht mehr glatt. Hier zu investieren lohnt sich also in jedem Fall!) wird die Vorzeichnung in Bleistift angelegt. Vorlagen findest du in der Natur (Handy!), Bildbänden oder im Internet. Zeichne nicht allzu viele Details ein, denn durch die Aquarelltechnik würden diese nur „übermalt“.

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Step Two:

Nun mit den Farben Nepaelgelb, Lichter Ocker, Grüne Erde gebrannt (ja, ist kein Grün, heißt aber so! 😉 und Umbra genrannt arbeiten. Zuerst eine kleine Fläche, etwa diese hier auf der Stirnseite des Rehleins, mit dem sauberen Wasser anfeuchten, dann mit der hellsten Farbe beginnen und sie langsam von außen einlaufen lassen. Hier musst du Geduld aufbringen, und die Farbe sorgsam und vorsichtig einfließen lassen. Wenn du nach dem Trocknen der ersten Farbschicht eine zweite Schicht halb drüberlaufen läßt, so nennt man diese Technik „Lasieren“.

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Step Three:

Trotz aller Achtsamkeit und Geduld ist es gut, sich etwas zu trauen. Ein knalliges Kadmiumorange, wie ich es hier beispielsweise auf der linken Seite des Oberkörpers einlaufen lasse, gibt der Illustration Kraft und Frische.

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Step four:

Wenn man das Vandyckbraun ins Orange fließen lassen will, so muss man sich beeilen, bevor es antrocknet.

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Step five:

Nun widmest du dich dem scheuen Blick des Rehleins und „zeichnest“ die Augen und Wimpern in  sattem Elfenbeinschwarz.

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Step six:

Nun kommt die Schnauze dran, ebenfalls in Elfenbeinschwarz. Du könntest auch reines Schwarz nehmen, ich habe das Elfenbeinschwarz lieber, da es eine warmen Grundton aufweist.

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Step seven:

Für das Lasieren der Öhrchen werden ebenfalls die Töne der warmen Erdfarben verwendet. Dazu darf etwas Kadmiumgelb und Zinnoberrot. Experimentiere, was dir am besten gefällt. Auch violett und blau könnten schöne Farbspiele ergeben.

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Step eight:

Oben auf der Stirn kräftiges Vandyckbraun einfließen und verlaufen lassen. Ich habe hier zwei Ebenen übereinander lasiert. Du kannst aber auch mit nur einer Ebene arbeiten oder auch drei oder vier Ebenen übereinander legen. Einfach ausprobieren.

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Step nine:

Bevor du die Bleistiftstriche wegradierst, lasse alles SUPER TROCKNEN, denn ein einmal verschmiertes Vandyckbraun ruiniert das Weiß des Papiers. Manche Maler lassen die Bleistiftlinien auch gerne als eigenes Stilmittel stehen. Da kommt es ganz auf deinen Geschmack an. In diesem Fall habe ich die Linien entfernt, da das Rehlein auf diese Weise noch zarter und fragiler aussieht.

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Step ten:

Wer Lust hat, kann der fertigen Illustration nun noch ein paar bunte Kleckse „drüberstreuen“, was ihr eventuell mehr Frische und Leichtigkeit verleiht. Mir gefällt es ohne Kleckse fast besser, da es den puristischen, stillen Charakter der Zeichnung betont.  Entscheidet selbst! 🙂

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creative club Reh Zeichnen