Eine Frage der Ehre: das richtige Aquarellpapier

Hier siehst du zwei sehr ähnliche Aquarell zum Vergleich, um dir die Wichtigkeit des wertvollen Aquarellpapiers zu verdeutlichen Gleich und doch nicht gleich!

Warum die sorgfältige Wahl beim Aquarellpapier essentiell ist!

Anschließend an den letzten Post Im Licht baden möchte ich dir noch ein Beispiel zeigen, das den Unterschied zwischen wertigem und schlechtem Aquarellpapier illustriert.

Der Vergleich macht dich sicher

Auf dem unteren Foto siehst du zwei sehr ähnliche Aquarellbilder, die einen stillen See bei Sonnenaufgang zeigen. Das linke Aquarell habe ich auf einem Aquarellpapier von ARCHES gemalt. Es ist aus 100 % Baumwolle, hot pressed und hat eine Grammatur von 300 g/m2. Das rechte Aquarell habe ich auf einem Aquarellblock von einem Künstler-Diskonter gemalt, der etwa die Hälfte von Arches gekostet hat. Auf den ersten Blick

Hier siehst du zwei sehr ähnliche Aquarell zum Vergleich, um dir die Wichtigkeit des wertvollen Aquarellpapiers zu verdeutlichen
Gleich und doch nicht gleich!

hat sich dieser Aquarellblock auch sehr gut angefühlt: das Papier war leicht angeraut, hatte auch 300 g/m2 und war rundum verleimt. Also kein wirkliches Ekel-Paket aus dem Möbelhaus. Ich würde es aber nie wieder kaufen, nicht einmal für Probier-Zwecke. Vielleicht als Farbtest-Fläche, aber nein, nicht einmal das. Denn darauf sieht man ja nicht wirklich, wie das Endergebnis aussehen wird! Einzig für Illustrationen, die mit ganz wenig Wasser und Farbe koloriert werden, würde sich dieser Block gut eignen.

Was für ein geniales Leuchten!

Wenn du das linke Bild näher betrachtest, wirst du sehen, dass sich hier die Farben, besonders bei der Spiegelung im Wasser ganz anders verhalten. Sie verlaufen flüssiger und trocknen mit dem so typischen Aquarell-Rand auf. Die darunterliegende Farblasur scheint durch die darüberliegende immer noch ganz leuchtend hindurch. So ergibt sich ein ganz lebendiges Leuchten in grandiosen Farben. Da atmet die Seele auf! Wer Licht malen will, der kommt an einem wirklich exzellenten Aquarellpapier nicht vorbei. Die Pigmente bleiben dann schön auf der Oberfläche, wo sie hingehören. Im Vergleich dazu siehst du auf dem rechten größeren Bild, wie die Farben stumpf einsickern und öde auftrocknen. Ein matschiger, braungrauer Brei, obwohl ich hier mit der derselben Technik gearbeitet habe. Die Bilder sind gleichzeitig und parallel entstanden. Während die Farbschichten des einen Bildes trockneten, habe ich das andere zeitlich immer wieder dazwischen geschoben. Es liegt also nur am Papier und nicht an den Farben, den Pinseln oder der Tagesverfassung.

Also: Je mehr Wasser du für dein Aquarell-Bild verwenden willst, desto wichtiger und entscheidender ist es, ein wirklich erstklassiges Aquarellpapier zu benutzen.

Liebe Grüße aus Wien und happy painting,

Deine Dodo

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