Lilien-Aquarell: Man darf getrost besser werden!

du siehst das coverbild des posts lilien-aquarell happy flowerpower

Von Fortschritten und Pappschachtel-Funden

Beim Kramen im Archiv flatterte dieses Lilien-Aquarell inklusive Fotos einer Schritt-Anleitung aus der ärmlichen Pappschachtel (ja, so etwas habe ich auch, ganz unten im Keller neben dem Weihnachts-Elch und den Sommerparty-Strohhalmen). Die Fotos sind unscharf und stimmen mich wenig euphorisch, dennoch gehören sie zum großen Ganzen, wie mein Nachbar Bertl so schön zu sagen pflegt ;-). Schon allein deshalb „das große Ganze“, weil sie mir (und jetzt auch dir) zeigen, dass ich entgegen aller Mieselsucht besser werde. Und das ist ja wohl schon Grund genug für einen bescheidenen Post. Heute bin ich eine richtige Klammern-Liebhaberin, wie es scheint. Das muss die Hitze sein.

Nun aber zum Aquarell. Was brauchst du? Wie immer Farben, Pinsel und Papier, alles von bester Qualität, denn billige Utensilien lassen keine glamourösen Kunstwerke entstehen. Da bleibe ich eisern.

du sieht die vorzeichnung zum Aquarell Lilien
Vorzeichnung mit Bleistift der Härte HB

Maskierte Lilien

Auf dem untern Bild kannst du unschwer erkennen, wie ich mit einer Maskierflüssigkeit die Staubgefäße abgedeckt habe. Diese Stellen bleiben nach dem Wegrubbeln des  getrockneten Maskingfluids (ja, ein fescherer Ausdruck) weiß.

du siehst das masking fluid
I love Rubbelkrepp

Es lebe die Lasur

Mit drei unterschiedlichen Grüns (Grüns?), Kobaltgrün, Chromoxidgrün und Saftgrün, habe ich die Schäfte und Blätter der Lilien angelegt.

du siehst die Blätter mit grünen Aquarell Farben
Versuche möglichste viele Schattierungen, auch auf den Schäften

Tiefes Krapprot

Hier siehst, wie ich auf die Lasuren mit Chinacridon Purpur, einer massiven Violettfarbe, nach deren Trocknung mit tiefem Krapprot ein paar Punkte aufschattiere. Ich mag die Farbe genauso gerne wie deren Namen. Er hat so etwas Aggressives, Kampflustiges und Schnelles.

du siehst wie ich die tupfen mit krapprot male
Krapprotes Vergnügen

Runter mit der Maske!

Ich habe bei diesem Lilien-Aquarell viel mit dem Rubbelkrepp gearbeitet. Auch die Vasenstreifen und deren Spiegelungen auf dem Tisch sind damit gemacht. Der Tisch entstand aus einer Aquarellfarben-Mischung aus Manganviolett mit tiefem Krapprot. Lass das Maskingfluid nicht allzu lange auf dem Aquarellpapier. Denn manchmal gefällt es sich darin, ganz höllisch fest anzukleben und dann reißt du das Aquarellpapier mit. Autsch! Gar nicht gut, würde Happy Quinn kommentieren. 😉

du siehst die vase der lilien in gelber aquarell farbe
Die Blätter wurden vorher ebenfalls mit Maskierflüssigkeit abgedeckt

Zarte Lilien-Flower-Power

Am Schluss, wenn alles gut aufgetrocknet ist, kannst du dir eine Glimmer-Paste aus deiner Bastelkiste hervorholen und noch etwas Goldglitzer über die Blüten der Lilien werfen.

du siehst das fertige lilien-aquarell
Lilien! Was man alles so in Schachteln findet! 🙂