Illustration: Extraterrestrisches Waldfräulein mit Gold und Grün

Gold macht ordentlich was her, wie hier bei dieser zarten Jugendstil-Illustration.

Hmmmm, neue Aquarell-Farben gekauft! Da liegen sie – wie kleine Bonbons in Folien-Papier gewickelt – von zarten Banderolen gehalten.

Farben ausprobieren, Farbkombinationen testen, Farbverläufe anlegen, Farben erwerben, das ist alles beinahe so herrlich wie das Malen eines Aquarells oder das Kreieren einer Illustration an sich. Und es hat so etwas „Vorfreudiges“, es versprüht den Charme einer flüchtigen Skizze, wo noch alles möglich ist, alles erlaubt ist und keine Regeln gelten.

Ich freu mich aufs Auswickeln der Farb-Leckerbissen und – aufs Ausprobieren natürlich. Natürlich kann man die meisten Aquarell-Farben mischen (und soll man auch ;-), aber manche Töne sind schwer hinzubekommen. Bei „Gold“ ist sowieso jede Liebesmüh vergebens. Für Illustrationen ist so ein bisschen Goldgeglitzer aber sehr wirkungsvoll. So fiel die Wahl auf „Gold“ aus Japan und ein kleines Töpfchen „Gold“ von Schminke. Bei der heutigen Illustration habe ich lediglich den japanischen Glitzertopf ausprobiert, den deutschen Bruder zeige ich euch im nächsten Post.

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Da warten sie alle feinsäuberlich verpackt….
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Farbe mit Flair

Aus Japan kommen diese riesigen Farbnäpfe. Passen nicht in den Aquarellkasten, außer man begnügt sich mit 5 Farben, aber man kommt wahrscheinlich ewig und drei Tage damit aus.

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Naschen verboten! 😉

Das Gold hat es mir angetan! So ein überdimensionierter Farbquader und dennoch so schmal und appetitlich wie ein Naps. Köstlich! Wie unten ersichtlich trägt er die Nummer 90. Erworben hab ich das Stück, so wie alle anderen an diesem Tag, bei Gerstäcker im vierten Bezirk in Wien. (Für diesen Laden sollte man sich einen Vormittag Zeit nehmen und vorher eine entspannende Tasse Tee schlürfen – ein paradiesisches Geschäft.)

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Japanisches Augenfutter erster Güte!
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Horadam Farbe von Schminke – eine Klasse für sich…

Und hier das „Olivgrün“ von Schminke aus der Reihe Horadam. Ja, in der Tat, es heißt OLIVGRÜN. Nach dem Auswickeln zeigt sich ein tiefes, tiefes, tiefes Grün, das eher smaragdgrünlich daherkommt, mit einem Stich ins Oliv (siehe Farbmuster). Das (für mich) richtig olivgrüne Olivgrün heißt bei Schminke „Olivgrün gelblich“ und ist ebenfalls eine wunderbare Farbe für tausend Möglichkeiten.
Was für ein elementares Gefühl, wenn man den jungfräulichen Farbblock zum ersten Mal mit Wasser benetzt und einen Probestreifen aufs Papier pinselt. Großartig!

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Aber nun zum extraterrestrischen Waldfräulein:

Step 1:

Mit einem Minenstift in HB das Gesicht des Waldfräuleins vorzeichnen. Es empfiehlt sich die Verwendung eines Lineals oder Geodreiecks, um die Gesichtshälften annähernd symmetrisch anzulegen. Um das „Außerirdische“ und „Puppenhafte“ zu betonen, werden die Augen vergrößert und unnatürlich weit auseinander stehend gezeichnet.

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Step 2:

Hier habe ich die Augen noch etwas korrigiert und auch die Mundwinkel etwas angehoben.

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Step 3:

Die erste Farbschicht für Gesicht und Hals wird ganz sanft und transparent aufgetragen. Auch die Iris der Augen bekommen den ersten Farbschatten in Grün und Blau.
Die Pupille wird mit schwarzem Fineliner gesetzt, um der Figur einen leicht starren Blick zu verleihen.

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Step 4:

Die Lippen sehr zart anlegen. Wichtig ist, die verschiedenen Farbschichten IMMER GANZ TROCKNEN zu lassen, bevor man den nächsten Layer aufträgt. Ansonsten verschwimmen die Layer ineinander und das sieht zumeist sehr „ungewollt“ und schmutzig aus.

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Step 5:

Die Vögel, die unser Waldfräulein umflattern, werden wie flüchtige Skizzen aufs Papier gesetzt. Hier einer in hellem Kadmiumgelb.

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Step 6:

Und ein Vogel in gebranntem Umbra mit Kadmiumgelb. Hier sieht man auch schon die Betonung der Brauen und Wimpern mit dem schwarzen Tusche-Einer. Ich mixe die Malmedien bei Illustrationen sehr gern untereinander. Dem Austesten sind hier keine Grenzen gesetzt.

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Step 7:

Und nun sehen wir das neue OLIVGRÜN GELBLICH (Schminke) in seiner ganzen Pracht in Form der zarten Streifen des Jugendstil-Hemdchens.

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Step 8:

Das japanische Gold fand in der filigranen Abschluss-Schleife des Hemdchens seine Verwendung. Die Farbe ist wirklich schön, da man sie ganz satt auftragen kann oder auch leicht transparent, sodass man nur ein paar Glitzerpartikel auf dem Papier schimmern sieht. Sehr empfehlenswert über leichten Farbschichten.

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Hier unten bei der Farbfläche, die aussieht wie ein Krokodil, sieht man übrigens das Gold in einem sehr satten Auftrag auf dem neuen Grün, also perfekt für Dekoleisten:

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Step 9:

Am Ende radiert man noch die stehen gebliebenen Bleistiftstriche weg – oder lässt sie stehen, das entscheidet man am besten von Zeichnung zu Zeichnung. Manchmal wirken sie ergänzend und manchmal eben nicht. Das Motiv eignet sich auch sehr gut als Vorderseite eines Geschenk-Billets.

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Hier sieht man das Bild nochmals mit einem bläulich-kühlen Filter:

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Aber nun: Happy painting – viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂